Wieder sechzehn

Ich sitze auf der sonnendurchwärmten Mauer

Meine Füße schwingen hin und her

Bin wieder sechzehn

Sehe ihn von Weitem

 

Er geht lässig vorbei

Ein schneller Blick aus Himmelsaugen

Arbeitshose staubig, weißes Unterhemd

Braungebrannt, mit langen Beinen

Starke Arme, Haare weizenblond

Schön und kantig

 

Ich sehe ihm nach

Träumend bin wieder sechzehn

Mit seinem wiegenden Gang

Schlägt mein Herz schneller

Dreh dich zu mir um

Sieh her zu mir

 

Ich sitze auf der sonnendurchwärmten Mauer

Warte gebannt auf seine Rückkehr

Ich sehe ihn von Weitem

Bis er bei mir ist

Er beißt in einen Apfel rosenrot

Lippen feucht Mohnblütenblut

 

Lächelnd bleibt er stehen

Sein blauer Blick Verheißung pur

Sehen wir uns später?

Seine Stimme weckt meine Lust

Ich nickte atemlos, sprachlos

Bin wieder sechzehn

 

Er reicht mir den Apfel

Küsse seine weiße Wunde

Süße Versuchung steckt in jeder Zelle

Fingerspitzenfeuer auf meiner Haut

Rieche seinen sonnendurchglühten Duft

Meine Sehnsucht folgt seinem geschmeidigen Schritt

 

Ich sitze auf der sonnendurchwärmten Mauer

Meine Füße schwingen hin und her

Ich warte und träume

Bin wieder sechzehn

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Heiler und Zerstörer

Ich sitze an meinem Schreibtisch und schaue auf mein Notizbuch. Drei Sätze habe ich mir abgerungen. Die Worte sind zäh wie Sirup vom Löffel getropft. Sie haben ein unangenehmes Ziehen bei mir hinterlassen. Ich lese die Zeilen wieder und wieder. So süß und unecht.

Seit Wochen hänge ich in diesem schwarzen Loch und finde keinen Ausweg. Sprachlose Träume beunruhigen mich. Nichts ergibt einen Sinn. Ich brauche Hilfe. Wer hilft einer erfolglosen Schriftstellerin? Beim Schreiben ist man allein. Ich sehe mich, wie so viele vor mir, desillusioniert in einer verrauchten Kneipe sitzen, den Melodien des Pianisten lauschen und den Rest meines Lebens mit Alkohol betäuben.

Eine halbe Stunde später sitze ich in meinem Lieblingscafe und bestelle einen Milchkaffee. Ich sehe die Menschen vorübergehen, in Hast und Eile. Niemand schaut den anderen an. Blind und stumm. Ich bin verloren.

„Ist hier noch ein Platz frei?“

Ich sehe in zwei dunkle Augen.

„Ja, setzen sie sich.“ Aufmerksam sehe ich ihn an. „Sind wir uns schon einmal begegnet?“

Der Mann lächelt rätselhaft, ohne meine Frage zu beantworten. Ich nehme meine Tasche vom Stuhl. Er setzt sich und schaut mich interessiert an.

„Sie sind traurig.“ Seine Stimme wirkt hypnotisch. „Ich möchte ihnen helfen.“

„Mir kann niemand helfen“, seufze ich.

„Sie dürfen nicht so schnell aufgeben. Ich bin übrigens Bran.“

Er lächelt. Mysteriös und faszinierend zugleich. Sein ebenmäßiges Gesicht lässt ihn alterslos erscheinen und seine geheimnisvollen Augen sind tief wie schottische Seen und so unergründlich.

„Ich heiße,“ er unterbricht mich.

„Lea.“

„Woher wissen sie das?“, frage ich erstaunt.

Bran lacht.

„Ich weiß noch viel mehr. Ich sehe was den Menschen fehlt. Ihnen fehlen die Worte.“

Ich kann nicht glauben, was ich höre.

„Ich möchte ihnen die Worte wiedergeben, aber dazu müssen sie mir vertrauen. Ich weiß, was sie suchen und wie sie es erreichen können.“

Seine Stimme ist sanft wie Seide und verursacht mir Gänsehaut.

„Ich kenne sie doch gar nicht“, murmele ich, selbst nicht überzeugt von dem, was ich sage.

„Sie kennen mich. Aber sie können sich nicht an mich erinnern. Kommen sie heute Abend bei Mondaufgang in den Kirschgarten zum Keltenstein.“

Bran erhebt sich und geht. Die Tür fällt hinter ihm zu und ich erwache wie aus einem Traum. Ich trinke meinen Kaffe und zahle. Während ich nach Hause gehe, versuche ich seine Stimme und seine Augen abzuschütteln. Es gelingt mir nicht. Immer wieder gehen mir seine Worte durch den Kopf.

„Ihnen fehlen die Worte.“

Das hätte jeder Scharlatan wissen können, versuche ich meine Zweifel zu verteidigen. Aber wenn Bran tatsächlich weiß, wie ich meine Sprache wiederfinden kann?

 

Der Mond geht langsam auf. Riesig und orange. Die Nacht ist warm und Glühwürmchen durchschwirren den Kirschgarten, am Sardansee. Ich spüre Brans Anwesenheit. Seine Augen sind auf mich gerichtet. Auf der Lichtung vor dem Keltenstein steht eine dunkle Gestalt. Bran.

„Hallo Lea“, seine Stimme ist ernst und feierlich.

In diesem Moment spüre ich, wie eine kalte Faust nach meinem Herzen greift. Ich kenne den Grund. Ich will fortlaufen, aber meine Beine sind schwer. Es gibt kein zurück. Bran zieht mich zu dem Findling.

„Es ist Zeit. Leg dich auf den Stein.“

Ich zögere.

„Was ist der Preis?“

„Was für ein Preis? Ich nehme kein Geld.“

Ich kann sein Lächeln hören.

„Alles hat seinen Preis. Gott und der Teufel nehmen die Seele. Was ist dein Preis?“

„Dein Herz.“

„Mein Herz!“, flüstere ich atemlos.

„Dein Herz gegen deine Sprachlosigkeit.“

„Wie kann ich meine Sprache finden, ohne mein Herz.“

„Es wird in dir schlagen, aber es wird mir gehören. Du wirst erfahren, was Liebe wirklich ist.“

„Ich weiß, was Liebe ist“, antworte ich trotzig.

„Du hast nicht die leiseste Ahnung.“

Seine Stimme durchdringt meine Gedanken.

„Gib mir dein Herz und du wirst nie wieder ohne Worte sein.“

Ich sehe Brans Augen vor mir. Willenlos steige ich auf den Stein. Seine Worte sind wie Zeilen eines Gebets:

„Heiliges Feuer

Höre mich

Heile

Zerstöre

Läutere

Erneuere

Heiliges Feuer

Steig herauf

Nimm was dein

Gib was mein“

In diesem Moment schießt eine Flamme aus dem Stein und wirft mich um. Meine Kleidung lodert lichterloh. Ich schreie vor Schmerz. Alles in mir glüht und brennt. Der Feuerwirbel schleudert mich auf und nieder. Ich schreie, doch kein Laut kommt über meine Lippen.

Ich sehe in jeden Abgrund und erklimme die höchsten Berge. Ich fühle das Feuer und das Eis. Alles in mir, an mir verändert sich. Es zerreißt mich in Millionen Stücke. Die Blockaden fallen, wie Schlacken aus der Esse. Nichts Störendes bleib zurück.

Als ich wieder zu mir komme, schwebe ich in der Weite des nächtlichen Himmels unter Millionen Sternen. Ich bin riesengroß und gleichzeitig winzig. Tausende Worte erfüllen mich, als hätte jemand die Grenzen meines Verstandes gesprengt.

Ich sehe Bran vor mir. Nackt. Er legt seine Hand auf mein Herz und ein wilder Schmerz durchströmt mich. Ich schreie Lust und Schmerz aus mir heraus. Ich erkenne Bran. Heiler und Zerstörer. Ich erkenne Liebe und Leid und ich bezahle den Preis. Mein Herz, das ihn liebt, bis in den Tod und das Leid, das er mir zufügen wird.

Seine Lippen legen sich auf meine. Stück für Stück erspüren sie meinen Körper. Jeder Kuss ist ein Beben auf meiner Haut. In mir sammeln sich fantastische Gedanken, weben sie zu Geschichten. Ich spüre Bran mit allen Sinnen, höre seinen Herzschlag, schmecke seine Haut, trinke seinen Atem. Jedes Härchen seines Körpers legt eine Flamme aus Lust auf meine Haut.

Als sich unsere Körper vereinigen, erzittert mein Innerstes und ein Schrei entringt sich meiner Kehle. Er erfüllt mich mit Liebe und ich spüre schon die Trauer, wenn er mich wieder verlässt. Bran legt sein Feuer in mich, bis die Nacht uns in die Morgendämmerung entlässt.

 

Als er mich vom Opferstein herunterhebt und in einen weichen Umhang hüllt, flüstert er mir leise ins Ohr:

„Weißt du nun, wo wir uns begegnet sind?“

„Ja, in unseren Träumen.“

Juliettes geheimes Tagebuch

Seit zwei Jahren ist Juliette mit dem Sohn eines reichen Bauunternehmers verheiratet. Sie vermutet, dass ihr Mann eine Affäre hat. Sybill, ihre Schwiegermutter, versucht ihr Leben zu beherrschen. Um der Langeweile zu entkommen, arbeitet Juliette ehrenamtlich im Gemeindezentrum. Im Internet stößt sie auf einen Blogger, der sich Nachtschwärmer nennt, und ist fasziniert von seiner Offenheit über Sex zu schreiben. Juliette will ihrer Opferrolle entkommen und trifft ihn persönlich. Die beiden verbringen eine heiße Liebesnacht. Danach ist nichts, wie es war. Juliette will mehr Leben, mehr Sex und eine Zukunft, die nicht in einem goldenen Käfig endet.

Die Frage bleibt, was ist mit der Liebe?

Mein neuer Roman erscheint demnächst beim „moments“ Verlag. 🙂

Ein Ende und die Buchmesse Leipzig

Es ist geschafft! Der Roman ist fertig: Juliettes geheimes Tagebuch ( 432 Seiten, plus Inhaltsverzeichnis und Personenliste. ). Ein sehr erotischer Roman und eine wichtige Frage: Was ist mit der Liebe?

Liebe wird viel beschworen und doch ist die Halbwertzeit der Liebe gesunken. Aber was ist sie dann noch? Welche Bedeutung hat sie? Ist sie eine chemische Reaktion unseres Hirns, um die Fortpflanzung zu sichern? Oder „für-immer-und-ewig“?

Das Manuskript ist beim Verlag. Das Cover bestellt und ich habe Termine für eine Signierstunde und eine Lesung zur Buchmesse Leipzig bekommen.

Ich kann es immer noch nicht fassen und bin total augeregt! Ich darf auf der Buchmesse lesen! Aus meinem neuen Buch!

Daraus ergeben sich natürlich viele Fragen: Was lese ich aus meinem Roman? Mögen die Leser meine Geschichte? Und sehr wichtig: Was ziehe ich an?  😉

Und wie man so schön sagt, nach dem Buch ist vor dem Buch, geht es morgen mit neuen Projekten weiter. Die Ideen stehen Schlange und ich bin gespannt, wie ich sie verwirklichen kann.

 

 

 

 

2389 Worte

Aus dem Leben einer Schriftstellerin:

Es ist 7 Uhr.

Der Wecker klingelt. Aus dem Bett gerollt, ab ins Bad. Duschen, anziehen, Kaffee gezogen, Katze gefüttert, Spotyfi an, kurz ein paar Sätze ins Tagebuch schreiben. Einmal kurz durch Facebook und Twitter gescrollt, dann durchatmen, den PC hochfahren.

Es ist 8 Uhr.

Die letzten zwei Seiten von gestern lesen. Fehler bemerken. Das muss umgeschrieben werden. Kapitel mit Fehler suchen, finden und verbessern. Küche – Kaffee. Tee aufsetzen. Katze jammert, nochmal nachfüttern. Zurück zu den Seitenvon gestern. Weiter lesen.

Es ist 9:30.

Schecken ob das Gehalt da ist. Überweisungen machen. Kurz überlegen ob ich für das von mir gegangene Geld eine Trauerminute einlegen soll. Dagegen entscheiden. Küche – Kaffee, Frühstücksbrot – Käse – drauf. Zurück zum Schreibtisch. Tee vergessen – Küche – Katze jammert, ignorieren – Tee mitnehmen. Zurück an den PC.

Es ist 10:30.

Weiterschreiben. Zwischendurch essen. Schreiben. Ich rutsche in den Text. Die Spannung steigt. Satz um Satz fließt in den PC. Der Flow kommt….fließt, fließt… Küche – Kaffee …. fließt, fließt…einmal 00 … Küche – Tee nachfüllen. Katze kraulen, aber nicht füttern.

Es ist 13:30.

Zurück zum Schreibtisch. Teil eins der Szene ist fertig., weiterschreiben oder Mittagspause. Kopf ist leer. Ich könnte jetzt ein paar Streicheleinheiten gebrauchen. Stelle mir vor, mein Protagonist verschleppt mich in sein riesiges Bett, in dem sonnendurchfluteten Schlafzimmer, reißt mir die Klamotten vom Leib und tut, was er mit Juliette tun sollte. – Inspiration durch Lesen.

Es ist 14:30.

Zurück zum Schreibtisch, inclusive Kaffee. Den geschriebenen Texte erneut lesen. Notizen für Teil zwei der Szene. (Dialoge und Infos zum Ablauf.) Finde in den Text. Der Flow kommt …. es fließt, fließt …. es stoppt. Warum? Zurück lesen. Die Szene hat einen Knick. Küche – Kaffee. Schreibtisch. Text löschen, neu schreiben. Weiter schreiben. Der Flow kommt. –  Juliette ist nackt und geil. Er betrachtete sie, muss sie haben…. der Flow bricht ab. Die Spannung ist weg. Mist! Mist! Mist! Warum jetzt? In meiner Fantasie fühlte sich das ganz anders an. Eben noch total euphorisiert, plötzlich ist alles weg. Im Wohnzimmer klingelt das Telefon. Jetzt nicht! Es klingelt weiter. Jetzt nicht!!!! Fehlersuche. Löschen, neu schreiben. Knick, Knick. Löschen, neu schreiben. Ich bin wütend. Das ist nicht hilfreich! Mist!

Es ist 19:15.

Weg vom PC. Inspirationssuche. Musik. Schreiben mit einem Freund. Besuch einer Freundin. Abendessen. Küche – Kaffee. Katze jammert. Füttern. PC. Letzte Seite lesen. Da ist der Knick. Der Dialog führt in die falsche Richtung und mein Protagonist folgt einem anderen Plan. Ok, der ist aufregend, passt aber nicht in die Szene. Schön das wenigstens meine Charaktere Sex haben! – Merken für andere Story.  Knick löschen.

Es ist 21:30.

2389 Worte des letzten Kapitels sind geschrieben. Es fehlen noch ca. zwei bis drei Seiten. Küche – Kaffee – Sofa – strecken. E-Mails schecken. Whatsapp Nachrichten beantworten. Blogbeitrag schreiben.  Der Papierstapel des Manuskripts schaut mich fragend an. Roman weiter überarbeiten?Die Katze jammert, klettert auf meinen Schoß.

Morgen ist auch noch ein Tag.  Es ist 22:20.

Letztes Kapitel

Aus dem Leben einer Schriftstellerin:

Wenn das Schreiben (noch) kein Brotberuf ist und Frau nebenbei (hahaha) noch arbeiten muss, hat man gut zu tun ein Buch zu schreiben und fertigzustellen.

„Was machst du so?“

„Ich schreibe.“

„Bücher?“

„Ja.“

„Wenn ich wollte, könnte ich auch ein Buch schreiben. Ich habe schon so viel erlebt.“

Klar, denke ich, dann mach mal. Im Geist rolle ich mit den Augen und wechsele so schnell wie möglich das Thema, damit ich nicht zusätzlich zu den blöden Sprüchen noch eine Lebensgeschichte serviert kriege, um die ich nicht gebeten habe. Meistens sage ich gar nicht, dass ich schreibe, um die dummen Kommentare über Berühmtheit, Geld und Bestsellern nicht anhören zu müssen.

Fakt: Schreiben ist Leidenschaft. Ohne die läuft nichts. Ist wie beim Sex. 😉

In den Augen unwissender Zeitgenossen scheint die Meinung vorzuherrschen, ein Schriftsteller setzt sich an den PC und tippt auf irgendwelche Tasten und Simsalabim kommt ein Buch dabei heraus. Träumt weiter!

Inzwischen ist „Juliettes geheimes Tagebuch“ fast fertig! Letztes Kapitel! Das wichtigste Kapitel kommt zum Schluss, auch wenn es im Buch nicht das letzte Kapitel ist. Es ist der Punkt an dem das Unvermeidliche passiert. Dieses Ereignis will mit allem Gefühl,  Ekstase, Leidenschaft, Hitze, Nässe, Körpern, die sich Lust bereiten und die Begierde beflügeln, geschrieben werden.

Ich lasse all meinen erotischen Szenen volle Konzentration angedeihen. Aber die Königsszene hat das doppelt und dreifach verdient, um den Leser mitzureißen.

Und wenn das geschafft ist „Ende“ unter dem Roman steht, dann geht es erst richtig los! Überarbeiten und korrigieren. Von wegen feiern. Totzdem bin ich total happy, dass das Ende des Romans in absehbarer Seitenzahl liegt und ich freue mich auf meine Protagonisten.

Im Übrigen: Nach dem Buch ist vor dem Buch! Das Nächste wartet schon.

Über 40 – na und!

Es ist schon eine Zumutung, dass manche Männer (ich betone mache, ich möchte nicht alle über einen Kamm scheren) nichts mit Frauen ü 40 anfangen können, weil sie scheinbar denken, ein jugendlicher Körper ersetzt Erfahrungen, aber dass sich (einige) jungen Mädchen erdreisten uns zu sagen, dass wir zu alt sind, um noch über Sex zu schreiben, ist echt der Hammer.

In dem Beitrag  It-Girl mit 48 wurde die Verfasserin gefragt, ob sie nicht zu alt sei einen Blog über Erotik zu schreiben und ob man als Bloggerin nicht dafür stehen muss, was andere Frauen sich wünschen.

Zwei kurze Fragen:

1. Gibt es auf dieser Welt nur Frauen zwischen 16 und 25 (maximal 30)?

2. Was wollen diese Mädels tun, wenn sie die magische Marke von 25 (maxiaml 30) überschritten haben?

Ich würde ja jetzt meine Oma zitieren, aber der Spruch könnte die zartbesaiteten Damen aus den Socken hauen. Ach nein, die um die Zwanzigjährigen It-Girls tragen nur High Heels und halterlose Strümpfe, wie konnte ich das vergessen!? Für`s Protokoll: ihr werdet älter und zwar schneller, als ihr denkt. Ok, mit Kohle und Skalpell kann Frau sich heute rundum verjüngen, doch über Sinn und Unsinn dieser Methoden zu diskutieren würde hier zu weit führen.

Ich bin über 40 – na und! 😉

Liegend

Wir haben es nicht nötig uns sagen zu lassen, was wir fühlen oder tun sollten und was nicht. – Im Umkehrschluss wollen die jungen Damen es von uns auch nicht hören – und das ist völlig OK! Lebt, macht eigene Erfahrungen und habt Spaß dabei. Ich gönne es euch von Herzen!

Doch haltet euch bitte aus unserem Leben raus. Ihr könntet unsere Töchter sein und heilfroh, dass ihr viel freier seid und euch viele Möglichkeiten offenstehen, um dir wir noch betteln mussten. Und tatsächlich, ich beneide euch nicht. Ihr müsst erst dahin kommen, wo wir schon lange gewesen sind. Das ist nicht immer Zuckerschlecken.

Ich habe heute mein Standing, auch wenn ich nicht immer ohne Zweifel bin. Ich bin entspannt, was meinen Körper angeht, denn ich weiß, was er leisten kann und was ihm guttut. Ich habe Dinge erlebt, die ich niemandem wünsche, aber sie haben mich stärker gemacht. Es gab Menschen, die an meiner Hülle gekratzt haben. Ich habe sie überlebt. Jedesmal!

Es gab Männer für die ich zu „laut“, zu fröhlich, selbstbewusst, zu rund, zu chaotisch (im Kopf), zu stark, zu nachdenklich war. Ich habe versucht es ihnen Recht zu machen und bin auf die Nase gefallen. Mehr als einmal. Die Zeiten sind vorbei.

So wie ich gerade bin, bin ich richtig. Ich lerne, wachse, tue mir gut und den anderen Menschen in meinem Umfeld. Wenn ich mit einem Mann im Bett bin, muss ich mir nicht beweisen, wie toll ich bin und ihm auch nicht. (Sollte das so sein, gehört er nicht in mein Bett.) Ich weiß, was ich kann, schöpfe aus meinen Erfahrungen  – ich bin offen für Neues, mag Experimente, liebe Fantasien und das Spiel. Ich gestattet mir Lust, Leidenschaft, geilen Sex und alles was dazu gehört. Und warum nicht?

Das Leben ist zu kurz, um es ungenutzt verstreichen zu lassen.

Ihr lieben Mädels, ich wünsche euch das Leben und den Spaß, den ihr haben könnt und euch gönnt. Mit Alter hat das nichts zu tun. Das ist eine Lebenshaltung. Um es mit Anais Nin zu sagen:

„Das Leben schrumpft oder dehnt sich aus, proportional zum eigenen Mut.“